Videos von der BioFach 2020

Die BioFach ist die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel und Bio-Landwirtschaft

Gemeinschaftsstand Berlin-Brandenburg auf der BioFach 2020

Die Länder Berlin und Brandenburg stellen ihren Bio-Unternehmen einen Stand auf der BioFach zu Verfügung.
Die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg kurz FÖL organisiert den Stand.
Auf der BioFach 2020 waren es 35 Aussteller, die ihre Bio-Produkte potenziellen Kunden und Partnern präsentieren konnten.

Kurzes Video von der BioFach 2020

Wer einmal kurz Eintauchen möchte ins geschäftige Treiben am Gemeinschaftsstand Berlin-Brandenburg auf der BioFach ist hier genau richtig > Klick und los gehts >

Gemeinschaftsstand der Bio-Unternehmen aus Berlin und Brandenburg | BioFach 2020

SOLAWI SPEISEGUT • CHRISTIAN HEYMANN • ALT-GATOW, BERLIN

Was ist eine Solawi?

„Solawi“ steht für Solidarische Landwirtschaft und ist inzwischen ein sehr populäres Modell um zum einen einen Biohof finanziell abzusichern und zum anderen Kunden und Verbraucher enger – sprich solidarisch – mit dem Erzeuger zu verbinden. Erzeuger und Verbraucher bilden eine Wirtschaftsgemeinschaft, welche auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt ist und die natürliche Mitwelt berücksichtigt.

Neben der Gemüsekiste, die der Bauer direkt an die Haushalte liefert, dem Wochenmarkt oder dem Hofladen hat sich seit den Nullerjahren das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft in Deutschland etabliert. Die Idee dahinter ist es, dass die Kunden quasi Teil des Hofes werden in dem sie monatlich einen Betrag bezahlen und – ganz wichtig – auch mitarbeiten. Dafür bekommen sie vergünstigt Obst und Gemüse.

Biobauer mit viel Engagement

Biobauer Christian Heymann auf dem Feld

Biobauer Christian Heymann

Der Landwirt Christian Heymann (42), der vor sieben Jahren sein Erspartes zusammenkratzte, 2000 Euro waren das, damit das Solawi-Unternehmen „SpeiseGut“ gründete und heute zehn Hektar Land auf verschiedenen Flächen, unter anderem in Alt-Gatow, bewirtschaftet. „Ich bin tief da- von überzeugt, daß der Wert des einzelnen Produktes durch diese Art der Landwirtschaft wieder zum Vorschein kommt,“ beschreibt er seinen Antrieb.

Bewusste Ernährung und selbst mal Bäuerin und Bauer sein zu können.

So unterschiedlich die Leute auch sind, die aktiv mitarbeiten eins verbindet sie alle: sie möchten wissen wo ihre Lebensmittel herkommen.

Portrait von Rena Barghusen, Mitglied bei der Solawi Speisegut

Rena Barghusen

Rena Barghusen, 29 Studentin der Agrarökonomie:
„Hier kann ich nachvollziehen, wie Landwirtschaft funktioniert und mit eigenen Händen anpacken. Ich lerne viele verschiedene Gemüsesorten kennen, erfahre, wie man Schädlinge bekämpft und wenn meine Kiste kommt, experimentiere ich beim Kochen.“

Portrait von Tobias Schlufter, Mitglied von der Solawi Speisegut

Tobias Schlufter

Tobias Schlufter, 25 Software-Entwickler:
„Ich kaufe überall ein, auch beim Discounter – aber das Gemüse frisch vom Feld schmeckt einfach anders, vor allem intensiver. Mir fällt das besonders bei Möhren auf.“

Frau beim Unkraut jäten

Elisabeth Mock

Elisabeth Mock (65) Soziologin:
„Wer braucht Chia-Samen aus China? Ich will Pastinaken aus dem Havelland! Ich sehe die Knochenarbeit, die hinter landwirtschaftlicher Arbeit steckt. Und daß man auch häufiger mal gar nichts erntet. Vor diesem Hintergrund weiß ich die Qualität eines guten regionalen Produkts sehr zu schätzen.“

Frau beim Unkraut jäten

Petra Pankratz

Petra Pankratz (59)
Musiklehrerin und Kirchenmusikerin:
„Wenn ich in meine Gemüsekiste hinein schaue, denke ich jedes Mal: Was schenkt mir das Leben heute? Ich kenne soviele Leute, die schwer krank sind. Was kann ich also tun, um selbst so gesund wie möglich zu leben? Die Antwort: Stress reduzieren, nicht rauchen, keine Drogen, gut schlafen – und bewusst essen. Im Lauf der Zeit sind zum Beispiel Fleisch und Eier immer weniger geworden auf meinem Speiseplan. Mittlerweile bin ich Vegetarierin.“

Junge Frau hält ihre vom Unkraut jäten verschmutzen Hände in die Höhe

Nelly Kewitz

Nelly Kewitz (24)
Studentin der Erziehungswissenschaften:
„Ich bin in einem Jugendverband aktiv und wußte schon seit einem Jahr, daß ich meinen Lebensmitteleinkauf verändern möchte. Ich kaufe nur regionales Obst, am liebsten Märkten und in Bioläden und würde Milchpro- dukte niemals beim Discounter holen, um die Massentierhaltung nicht zu unterstützen. Als ich von Solawi hörte, fand ich das von Anfang an gut – dachte aber nicht, daß das in der Großstadt möglich ist“

Biologische Schädlingsbekämpfung

An dem Tag, an dem ich die Fotos gemacht habe mussten die Wirsing- und Grünkohl Beete von den unerwünschten Kräutern befreit werden. Vorher mussten die Vliese von den Beten genommen werden, die die Kohlpflanzen von den Schädlingen schützen. Kohlfliege, Kohlweißlinge und Kohlmotte haben es auf das Gemüse abgesehen. Sie legen ihre Eier in die Pflanzen ab und der Nachwuchs, sprich die Maden fressen sich durch den Kohl. Die dichten Netze verhindern, dass die Fliegen an den Kohl gelangen; eine rein mechanische Schädlingsbekämpfung oder besser ausgedrückt: Schädlingsabwehr.

Biobauer Christian Heymann zeigt seinen Helfern ein Beikraut

Biobauer und Gründer der Solawi „Speisegut“ Christian Heymann erklärt den Aufbau einer Blüte.

Als Solawi-Bauer muss Christian auch viel Wissen vermitteln und seinen Hilfs-Bäuerinnen und -Bauern auch Arbeitsabläufe beibringen. Die Gruppe hört aufmerksam zu und versucht alles so umzusetzen wie es Christian erklärt.

Es ist Mittagszeit, und alle machen gemeinsam Pause. Sitzen mit erdverkrusteten Schuhen im Schatten unter einem Baum und holen selbst geschmierte belegte Brote, Tomaten und Obst aus ihren Rucksäcken. Schön gesund. Alles andere wäre eine Überraschung. Niemand erklärt sich groß – alle sind aus denselben Gründen dabei. Die gemeinschaftliche Arbeit, der Einsatz für diese eine Idee, verbindet, die Stimmung ist sehr entspannt. Das Ganze hat etwas von bäuerlicher Großfamilien-Romantik. Und so kenne ich es auch aus meinen Kindertagen, als Oma, Opa, Onkels und Tanten alle gemeinsam auf dem Feld gearbeitet haben.

Herdenschutzhunde • Schäferei Jürgen Körner • Jüterbog, Brandenburg

Im Februar 2017 besuchte ich den Schäfer Jürgen Körner in Jüterbog südlich von Berlin. Um seine Herden vor dem Wolf zu schützen züchtet er seit rund elf Jahren Herdenschutzhunde. 23 Pyrenäenberghunde stehen bereit um die Schafe zu verteidigen.

Schutz vor Wölfen

Und das machen sie richtig gut; bisher hat Herr Körner noch keine Verluste beklagen müssen. Pro Herde setzt er drei Hunde ein, die diese vor allem nachts bewachen.

Doppelseite eines Artikels über Herdenschutzhunde im Magazin Aufs Land

Jürgen Körner mit zwei seinen Herdenschutzhunden und seinem Hütehund (vorne, der klein schwarze Hund) • Aufmacher – Herdenschutzhunde in Brandenburg für AufsLand! BerlinerVerlag

Zugegebenermaßen hatte ich etwas Bammel als ich nach Jüterbog fuhr. Herdenschutzhund klingt für mich doch sehr – äh? – überzeugend. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Die Hunde sind überhaupt nicht aggressiv (was ich befürchtet hatte), kläffen nicht und sind, solange Herrchen dabei ist, sehr zutraulich.

Große Hunde, die beeindruckend Bellen können

Wie man auf den Bildern sehen kann, sind sie sehr groß und, was man nicht sehen kann, sie haben ein überzeugendes Organ. Wenn ein solcher Hund bellt, dann weiß man, was die Stunde geschlagen hat.

aufgeschlagene Doppelseite eines Artikels über Herdenschutzhunde

Der Schäfer Jürgen Körner mit einem seiner Herdenschutzhunde, die recht groß sind – sein müssen. • Doppelseite – Herdenschutzhunde in Brandenburg für AufsLand! BerlinerVerlag

Zuerst waren wir bei den Ställen, die direkt am Rande von Jüterbog liegen. Die Hunde werden als Welpe schon bei den Herden gehalten. So gewöhnen sich Schaf und Hund aneinander und der Hund weiß, wen er zu verteidigen hat.

Sobald ich auf einen der Pferche zuging, sprang einer der Hunde auf und lief auf mich zu. Aber eben nicht aggressiv, er bellte nicht einmal, sondern wollte eben sehen, wer da kommt und ob ich eine Gefahr für seine Herde sein könnte.

Als dann Herr Körner mit dazu kam, trottete er auch schon wieder zu den Schafen zurück und legte sich hin.

Die Hunde passen gut auf ihre Schafherde auf

Später fuhren wir zu einer seiner Herden auf die Weide, die tagsüber von einem Schäfer begleitet werden. Nachts halten drei Hunde Wache. Als wir ankamen, kamen die Hunde gleich auf Herrn Körner zu gesprungen und freuten sich sehr.

Als die Dämmerung hereinbrach und ich nicht mehr fotografieren konnte, packte ich meine Sachen ins Auto; das dauert immer etwas bis ich alle Linsen, Kameras, Gurte und sonstiges Gedöns verpackt habe. Die beiden Schäfer waren schon fortgefahren. Ich war also alleine. Und obwohl ich doch sehr weit von der Herde weg war und ich mit dem Rücken zu ihnen stand, kamen zwei der drei Hunde zu mir gelaufen und haben beobachtet, was ich da so mache.

Die Hunde sind sehr wachsam, es entgeht ihnen nichts.

Doppelseite - Herdenschutzhunde in Brandenburg für AufsLand! BerlinerVerlag

Die Hunde sind schon als Welpen bei den Schafen, so gewöhnen sich beide Tierrassen aneinander. • Doppelseite – Herdenschutzhunde in Brandenburg für AufsLand! BerlinerVerlag

Herdenschutzhunde sind friedlich – solange man nicht ihrer Herde zu nahe kommt

Ich habe zwar geschrieben, dass die Hunde nicht aggressiv sind, aber es ist jedem anzuraten einen großen Bogen um die Hunde herum zu machen, wenn man ihnen begegnet und sie zu bellen beginnen.

In der Schweiz werden schon länger Herdenschutzhunde eingesetzt. Es gibt einen kurzen Film, in dem erklärt wird, wie man sich verhalten soll, trifft man auf Herdenschutzhunde.

Und was ist nun der Unterschied zu Hütehunden?

Hütehunde passen auf, dass die Herde zusammenbleibt und treiben diese auf den Schäfer zu. Während Hütehunde vom Menschen gesagt bekommen, was zu tun ist, arbeitet der Herdenschutzhund autonom.

Jagdglück • Wie ich meinen ersten Keiler erlegte • 01. April

Der Landfotograf kniet bei einem ausgewachsenen lebenden Keiler

Diesen Keiler habe ich erlegt – ganz ohne Gewehr!

Am vergangenen Freitag war ich zum ersten Mal bei einer Jagd mit dabei, und weil ich ja noch ein Frischling war durfte ich nicht schießen, sondern musste so ganz ohne Jagdwaffe losziehen.
Normalerweise bringen die Greenhorns dann Kröten mit, fangen mal eine Eidechse oder einen Igel oder, wenn es ganz blöd läuft, nur eine totgeschlagene Stechmücke.

Ich hatte großes Glück! Mir lief ein fulminanter Keiler über den Weg.

In Ermangelung eines Jagdgewehres musste ich mir etwas anders überlegen wie ich den Eber zur Strecke zu bringen.
Als er auf seiner Flucht vor den Treibern kurz vor mir nach rechts abdrehte, packte ich seine Hinterläufe und nutze den Schwung wie ein Judoka um den Schwarzkittel auf die Seite zu legen. Bums, 170 kg lagen flach.

Der Landfotograf streichelt einen Keiler

Wie man sieht, der Eber lebt – beide Eber leben!

Geistesgegenwärtig sprang ich zum Kopf des Tieres und drückte mit meinem Knie seine Halsschlagader ab bis es bewusstlos liegen blieb und keinen Zuckerer mehr machte.
Gottseidank kam auch justament eine der Treiberinnen zum Kampfplatz und konnte mich und meine Jagdbeute fotografisch festhalten. (siehe Bild)

Nahaufnahme vom Kopf des lebenden Keilers

Ein Ausschnitt vom obigen Foto auf dem man sehen kann, dass der Keiler lebendig ist.

Da kein Jäger mit Gewehr in der Nähe war und ich nicht ewig den Keiler im Schwitzkasten halten konnte, ließ ich von ihm ab und er berappelte sich wieder; so ein Eber ist ja hard im Nehmen.
Mit einem großen Hallali wurde mein erster Jagderfolg am Abend gewürdigt. Es gab auch noch eine mündliche Prüfung und bei der habe ich im Fach Jägerlatein eine glatte 1+ bekommen.

Was ein Tag!

Ein ausgewachsener Keiler

Alles Gute Dir!