»Aufs Land« • Krankenhaus für Greifvögel und Eulen

Im Juni war ich wieder zusammen mit der Journalistin Stéphanie Grix unterwegs, mit der ich viele Tiergeschichten für das Magazin „Aufs Land“ bearbeite: Wir besuchten die Greifvogelstation der Oberförsterei bei Hohenleipisch. Wanderer und Spaziergänger, die kranke oder verletzte Greifvögel finden, können sie zu dieser Station bringen. Dort werden die Vögel untersucht, verarztet und solange dort behalten, bis man sie wieder auswildern kann.

Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, habe ich diesmal weit mehr an Fotoausrüstung eingepackt als sonst. Ich wusste nämlich nicht, wie weit ich mich an solch ein Tier heranwagen darf, und ob die Tiere auch ruhig sitzen bleiben oder sich eher verstecken und wegfliegen. Es war dann doch einfacher als gedacht: Die Vögel sind entweder krank oder verletzt – und daher ruhig.

Die Station steht auch interessierten Vogelfreunden offen: Es gibt Führungen und viele Info-Tafeln. Doch zu allererst ist es eine Krankenstation. Deshalb sind die Volieren so gestaltet, dass die Vögel Ruhe haben, nicht abgelenkt werden, und dass die Räume auch leicht zu reinigen sind.

Der Leiter, Herr Falko Göbert, und sein Kollege Torsten Pawlack zeigten uns die Anlage und ihre gefiederten Patienten. Im ersten Krankenzimmer war ein Uhu mit wundervollen orangeroten Augen, typischer Gefiederfärbung und langen Federohren. Dann bekamen wir einen jungen Kauz zu sehen. Ich packte mein Makroobjektiv aus, um die beeindruckenden großen, tiefschwarzen Augen festzuhalten sowie diese wunderbaren Federn und die – trotz seiner Jugend – beeindruckenden Krallen. Herr Göbert zog eine Schwinge auf, und so konnte ich die herrlichen Federn ablichten.
Uhus, Käuze und die heimischen Greifvögel kannte ich schon. Nun aber kamen wir zu einem Sperlingskauz, der seinen rechten Flügel gebrochen hatte. Deshalb stellte er ihn etwas vom Körper ab, wie auf den Fotos gut zu sehen ist – und den Vogel hätte ich am liebsten mitgenommen!
Ich finde ja das Wort „süß“ in Bezug auf Tiere meistens viel zu verniedlichend und deshalb eher unangebracht. Doch bei diesem Sperlingskauz kam selbst mir gleich ein „Ach, wie süß!“ in den Sinn.

Leider konnte ich ihn nicht in Größenrelation zu einem bekannten Gegenstand fotografieren. Daher wirkt er auf dem Bild genauso groß oder klein wie der Uhu – nur ist der Sperlingskauz (Glaucidium passerinum) gerade mal so groß wie eine ausgewachsene Taube. Zum Vergleich: Ein Uhu wird zwischen 60 und 70 Zentimeter groß, ein Sperlingskauz nur 16 bis 19 Zentimeter.

Bei Brüchen werden die Tiere geröntgt und – so möglich – mit Draht wieder flugtauglich gemacht. Neben verletzten und kranken Tieren kommen auch Jungvögel zu Herrn Göbert und Herrn Pawlack in die Station, die aus dem Horst gefallen sind, wie die drei Falken. Aber leider ist in manchen Fällen keine Auswilderung möglich, wie bei dem Seeadler, der einen Teil seines linken Flügels eingebüßt hat. Herr Göbert hat ihn für mich gehalten, und so konnte ich sehr beeindruckende Aufnahmen von seinen Augen und den Krallen machen.

An diesem Tag wurde ein Bussard wieder freigelassen. Dazu musste er erst mit einem Köcher gefangen werden. Und so war es noch einmal möglich, aus nächster Nähe mit dem Makroobjektiv tolle Aufnahmen von Augen und Schnabel zu machen.

Die Station nimmt auch Rabenvögel auf, wie den Kolkraben (Corvus corax) Rudi, der – ganz typisch Rabe! – zwar neugierig ist, was ihm da vorgehalten wird, aber doch den sicheren Abstand wahrt. Neben den kargen und zu den Seiten abgeschlossenen Krankenzimmern hat die Station eine Schau-Voliere, die von einem Ehepaar aus Franken gestiftet wurde.

Der Besuch war eine tolle Erfahrung – meine Faszination für die Wunder der Natur wurde wieder einmal geweckt: Die feinen Federn, diese großen, klaren Augen und die extrem spitzen und teils scharfen Krallen sind einfach beeindruckend.

Ich hoffe, der Artikel im Magazin „Aufs Land“ hat einige Leser bewogen, die Station zu besuchen und sie mit Spenden zu unterstützen. Übrigens bieten die Mitarbeiter der Greifvogelstation auch Umweltbildung an.

Greifvogelstation „Foersterei Oppelhainer Pechhuette“, Gorden-Staupitz, Brandenburg, Deutschland, DEU, 21.06.2016, Foto: Eberhard J. Schorr

»Aufs Land« • Kuhflüstern lernen

AufsLand-01-1509

Magazin: »Aufs Land« Ausgabe: Herbst 2015

Von Pferdeflüsterer hat jeder wohl schon mal gehört, aber es gibt auch Kuhflüsterer, und einer davon ist Dr. Wilhelm Schäkel von der Bio Ranch Zampow in Brandenburg an der Nordgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern.

Dr. Schäkel bietet nicht nur Kurse für Berufs- oder Hobby-Landwirte an, sondern auch für alle Interessierte. Da musste ich als Der-Landfotograf natürlich auch unbedingt hin. Stéphanie Grix, mit der ich regelmäßig für das Magazin „Aufs Land“ zusammenarbeite, war auch gleich begeistert, und so zogen wir am 18. Juli los, um an einem solchen Seminar teilzunehmen.

Unsere Gruppe bestand aus sechs Frauen und uns zwei. Und obwohl es ein praktisches Seminar ist, braucht es am Anfang die Theorie.

AufsLand-02-1509

 

AufsLand-03-1509

Die für mich interessantesten und wichtigsten Infos waren:

  • Kühe können auch nach hinten schauen, ihr Gesichtsfeld umfasst 340°, wir sehen nur 180°. Dies ermöglicht es ihnen, nicht nur potentielle Angreifer schneller zu erfassen, sondern auch in der Herde leichter Blickkontakt zu halten.
  • Kühe sind Herdentiere, klar; und Fluchttiere. Daraus ergibt sich, möglichst immer den Fluchtweg für das Tier oder auch der Herde offen zu halten, sich also nicht direkt von vorne zu nähern.
  • Als Fluchttiere müssen sie entscheiden, ob das, was auf sie zukommt, ein Angreifer ist oder ein anderes harmloses Tier. Also muss man sich als Mensch wie ein harmloses Tier und nicht wie ein Räuber verhalten.
  • Räuber schleichen sich in der Regel in einer Schlangenlinie an und fokussieren ihre Beute. Andere Tiere hingegen nehmen von Kühen und Kuhherden nicht unbedingt Notiz. Wenn Räuber nahe genug an ihre Beute herangeschlichen sind, stürzen sie sich auf diese.
  • Daraus ergibt sich: langsames Laufen, ruhig bleiben und die Arme immer am Körper halten. Dem aufmerksamen Betrachter wird bei den Bildern auffallen, dass die Teilnehmerinnen die Hände in den Taschen hatten oder die Arme verschränkt halten.
  • Um nun näher an die Tiere heranzukommen, laufen wir in einer Zickzack-Linie auf die Herde zu und tun dabei so, als würden wir uns gar nicht für sie interessieren. Unser Blick ist nicht auf die Herde, sondern in die Ferne gerichtet. Diese Methode funktioniert auch bei Schweizer Hähnen und Hühnern und bei Bayrischen Wasserbüffeln wunderbar. Mit dem „Ich interessiere mich gar nicht für euch und lauf ganz woanders hin“ Trick bin ich einigen Tieren sehr nahe gekommen.
  • Streicheln verboten. Was wir als Vertrautheit und Zuneigung empfinden, ist für Kühe eine Zumutung, so Schäkel. Und Kühe spiegeln die eigene Empfindung eins zu eins wider, wenn der Mensch unsicher ist, ist es auch die Kuh.

In dem Seminar ging es auch darum, einzelne Tiere zum Aufstehen zu bewegen ohne zu klatschen, zu rufen oder wild zu fuchteln. Nur alleine durch die Körpersprache und ein selbstbewusstes Auftreten kann man 800kg Rind dazu bewegen, sich zu erheben und los zu traben.

Zu guter Letzt sollte eine ganze Herde dazu gebracht werden aufzustehen und in eine bestimmte Richtung zu laufen. Eine Herausforderung, die die Teilnehmerinnen bravurös meisterten und zu einer nachhaltigen Erfahrung beigetragen hat. Kann ja nicht jeder von sich behaupten, eine Herde Kühe auf freiem Feld ohne Hilfsmittel vor sich her getrieben zu haben.

Berlin, November 2015

Bio Ranch Zempow, Birkenallee 12, 16909 Wittstock/Dosse, Telefon: + 49 33 923 – 7 69 15, E-mail: info [at] bio-ranch-zempow.de, Web: zempow-bio-ranch.de

Für alle Interessierte, das Heft kann man hier: Aufs Land: Reif für den Herbst (Herbst 2015) – Versandkostenfrei bestellen – für 3,40 Euro kaufen.

»Aufs Land« • Die Eichhörnchen Klinik

BELEG-01-Eichhoernchen-der-landfotograf

Magazin: »Aufs Land« Ausgabe: Herbst 2015

Immer wenn ich mit Stéphanie Grix bisher für das Magazin »Aufs Land« zusammengearbeitet habe, durfte ich eine – für mich als Fotograf – neue Tiergattung fotografieren. Nach Straußen, Bibern und Stören sind es nun Eichhörnchen.

Mein erster Gedanke, als mich Stéphanie fragte ob ich fotografieren wollte – Eichhörnchen sind doch verdammt schnell, sind meine Kameras und ich schnell genug? Es ging alles gut, denn Eichhörnchen sind nicht nur schnell, sondern auch sehr neugierig. Aber alles der Reihe nach. Stéphanie hat von der Eichhörnchenhilfe Berlin/Brandenburg gehört und grünes Licht von der Redaktion zu einem Artikel bekommen.

Frau Tanya Lenn ist seit über 16 Jahren als Eichhörnchen-Beauftragte der »Aktion Tier« tätig. In ihrem Haus und einer großen Voliere hat sie eine Art Kranken- und Erholungsstation für Eichhörnchen eingerichtet. Menschen, die ein krankes oder verletztes Eichhörnchen finden, können die Tiere zu ihr bringen. Frau Lenn ist bestens ausgestattet um die kleinen Patienten wieder fit für die Wildbahn zu machen. Denn Ziel ist es, die kleinen roten Flitzer wieder auszuwildern sobald sie wieder gesund sind. Solange sie aber in der Obhut von Menschen sind, verlieren die kleinen Nager ihre Scheu und finden Armbanduhren und Fotokameras total interessant, krabbeln an Reporterin und Fotografen hoch und runter als wären diese zwei knorrige Bäume. Frau Lenn meinte, die schon öfter Medienleute zu Besuch hatte, dass ihre Schützlinge total auf Objektive stehen. Je größer die Linse, desto größer das Interesse. Klar, es könnten sich ja Nüsse in diesen langen Röhren verstecken. Und so war es gar keine große Schwierigkeit nahe genug an die Sciurus vulgaris zu kommen um tolle Bilder machen zu können.

Wer mehr erfahren möchte und in Berlin oder Brandenburg wohnt, kann sich jetzt noch das aktuelle Heft kaufen.

Berlin, Oktober 2015

Eichhörnchen – Hilfe Berlin/Brandenburg e.V., Tanya Lenn, 14513 Teltow, Telefon: 0172 355 33 14, E-mail: info@eichhoernchenhilfe-berlin.de, Web: eichhoernchenhilfe-berlin.de

Für alle Interessierte, das Heft kann man hier: Aufs Land: Reif für den Herbst (Herbst 2015) – Versandkostenfrei bestellen – für 3,40 Euro kaufen.

»Aufs Land« • Die großen Tiere von Großderschau

Für das Magazin »Aufs Land« vom Berliner Verlag fotografiere ich seit 2013 regelmäßig vor allem Tiergeschichten. Im September 2014 habe ich zusammen mit der Redakteurin Stéphanie Grix den Hof von Enrico und Nicole Dams besucht. Die beiden unterhalten seit 2011 den Hof, ein kleines Restaurant und einen Hofladen. Das Besondere ist, hier leben keine Rinder oder Schweine, sondern sehr neugierige und imposant große Tiere – Strauße.

BELEG-01-Strausse-der-landfotograf-2 BELEG-02-Strausse-der-landfotograf-2 BELEG-03-Strausse-der-landfotograf-2 BELEG-04-Strausse-der-landfotograf-2

 

Strauße geben ein sehr cholesterin- und fettarmes Fleisch, geschmacklich eher dem Wild als der Pute verwandt. Und dieses Fleisch kann man vor Ort im Restaurant genießen oder im Hofladen kaufen. Die berühmten Straußeneier werden auch verwertet zum Beispiel als Omelett. So ein Ei bringt 1,2 bis 1,8 Kilo auf die Waage, dazu müssen unsere Hühner schon viele Eier legen um solch ein Gewicht zusammen zu bringen – rund 30 Hühnereier entsprechen einem Straußenei in etwa.

So imposant Strauße sind, so einfach gestrickt sind sie auch. Intelligenz gehört nicht zu den herausragenden Eigenschaften eines Straußes, aber dafür können sie sehr weit scharf sehen, bis zu einer Entfernung von drei Kilometer können Strauße noch erkennen, ob es lohnende Nahrung zu holen gibt.

Ich habe es den Straußen einfacher gemacht und ihnen frischen Klee vor ihren beeindruckenden Schnabel gehalten. Apropos Schnabel, Strauße picken alles an was sie interessiert, und sie interessieren sich für alles, also auch für Fotografen und deren Ausrüstung. Da der besagte Schnabel groß und kräftig ist, tut so ein Picken durchaus weh und kann schon mal blaue Flecken hinterlassen.

Neben dem Schnabel sind die scharfen Krallen nicht zu unterschätzen, mit ihnen verteidigt ein Straußenhahn seine Hennen und ihr Gelege. Der Angriff eines Hahns kann tödlich enden.

Nun, eine Auseinandersetzung mit einem Straußenhahn ist mir Gott sei Dank erspart geblieben, dafür hatte ich mit einem jungen Galloway-Bullen eine Auseinandersetzung – aber das ist eine andere Geschichte.

Der Straußenhof, Inh. Enrico Damms, Gaststätte und Hofladen, Telefon: 0 33 875 – 90 01 10, E-mail: info@der-straussenhof.de, Web: der-straussenhof.de, Kleinderschauer Str.7

»Aufs Land« • Treffen mit Herrn und Frau Biber

Dies war mein erstes Thema, bei dem ich Wildtiere fotografieren durfte. Natürlich habe ich für mich privat schon versucht, Fuchs und Hase abzulichten, aber es ist schon etwas anderes, ob man so für sich versucht, ein Wildtier aufs Bild zu bannen, oder ob die Fotos einen Artikel in einem Magazin bebildern sollen. Entsprechend nervös bin ich zusammen mit der Redakteurin Stéphanie Grix zum Termin nach Brandenburg an der Havel gefahren.

BELEG-01-Biber-der-landfotograf BELEG-04-Biber-der-landfotograf BELEG-05-Biber-der-landfotograf BELEG-06-Biber-der-landfotograf

 

Margot Pröckl vom Naturschutzzentrum Krugpark bietet Paddel-Touren auf der Havel an, bei denen man unter anderem auch Biber zu Gesicht bekommt. Unter anderem deshalb, weil es viel mehr zu entdecken gab als die Biber. Aber davon später mehr.

Bevor wir ins Boot stiegen erklärte uns Margot Pröckel, was es mit dem Biber auf sich hat, wieso er gejagt wurde, was ihn von anderen Tieren unterscheidet und weshalb er so wertvoll für die Natur ist.

Ein ausgewachsener Biber wird bis zu 1,20 m lang, wiegt über 30 kg und erreicht ein Alter von 10 bis 12 Jahren. Sie leben monogam in Familienverbänden und entfernen sich von ihrem Gewässer keine 100 Meter; Ausnahme sind die Jungtiere, die nach 3 Jahren von ihren Eltern aus dem Revier vertrieben werden und auf Wanderschaft gehen, um ein neues Revier und einen Partner zu finden.

Für mich sehr beeindruckend ist das Fell des Bibers. Es ist aus zwei Haartypen zusammengesetzt, den Grannenhaaren und der Unterwollle. Sie sind so angeordnet, dass sich zwischen ihnen beim Abtauchen eine feine isolierende Luftschicht bildet. Der Pelz ist so dicht, dass der Biber nicht friert: 23.000 Haare pro Quadratzentimeter (beim Menschen sind es 600). Verständlich, weshalb es so begehrt war und vormals jeder Mann, der von sich etwas hielt, einen Hut aus Biberfell besaß. Damit überstand man auch den heftigsten Regenschauer trocken.

Und solch ein Fell will auch gepflegt werden. Dazu hat der Biber eigens eine Putzkralle (Doppelkralle an der zweiten Zehe der Hinterpfote), die als Kamm dient. Sie ermöglicht dem Tier, die längeren Grannenhaare in einzelnen Strähnen durchzukämmen.

Die Natur – immer wieder faszinierend!

Wir fuhren auf der Havel in Richtung Norden. Dabei steuerte Margot Pröckl unser Boot an die Stellen am Ufer, wo sich Biberfamilien ihre Burg gebaut haben. Die Haufen aus Ästen und kleineren Stämmen sind eher eine Reparaturmaßnahme als eine gewollte Konstruktion. Der Biber gräbt am Ufer unter Wasser eine Röhre in die Uferböschung, die auch schon mal zusammenbrechen kann, und dann ist der Bau ungeschützt. Das darf nicht sein, und so sammelt der Biber Äste und Stämme um diese über die ungewollten Löcher in seinem Bau zu legen. Und erst wenn es so einen Haufen gibt spricht man von einer Biberburg.

Aber bis wir einen Biber beobachten konnten, zeigten sich andere Tiere am Ufer. Zuerst bekamen wir ein junges Wildschwein zu Gesicht das am Ufer nach Nahrung suchte, dann schossen Eisvögel in einer irren Geschwindigkeit vor uns über den Fluss. So richtig zu sehen waren sie nicht, nur wegen des bunten und schillernden Gefieders konnten wir sie identifizieren. Gut sehen konnten wir den Eingang zu ihren Bruthöhlen, die sie im trockenen Erdreich von umgestürzten Baumscheiben anlegen.

Ja, und dann hüpfte noch ein frecher Mink (Nerz) über die Biberburg mit einem Frosch im Maul. Der Mink gehört eigentlich nach Nordamerika und hat sich seit den 1950 Jahren hier bei uns breit gemacht.

Und dann, ganz plötzlich, stieß sich ein Seeadler über unseren Köpfen vom Ast einer alten Weide aus in die Lüfte. Beeindruckend!

Die Spuren, die der Biber hinterlässt, sind nicht zu übersehen. Neben dem Biberbau mit seinem Chaos an Ästen und Stämmen unterhält Familie Biber auch eigene „Picknick“-Plätze, die man an den abgenagten Ästen erkennen kann, die dort verstreut liegen.

Als wir umdrehen und die Dämmerung einsetzt, sehen wir auch unseren ersten Biber, der sich sein Abendbrot schmecken lässt. Die Herausforderung für mich war es, dass ich in einem kleinen wackeligen Boot saß, die Sonne schon unterging und mein Modell ein dunkelbraunes Fell hat und auf einem schlamm-grau-grün-braunen Ufer saß. – und jetzt soll ich tolle Fotos machen. Dazu braucht es eine ruhige Hand, ein Objektiv mit Bildstabilisator und eine Kamera, mit der man auch bei hohen ASA Werten noch relativ rauschfreie Bilder bekommt, dann noch etwas unterbelichten, und die Chancen stehen gut, ein scharfes Bild eines Bibers zu bekommen.

Der Biber verhält sich beim Fotografieren so wie es ältere Herrschaften tun, die es nicht sonderlich mögen fotografiert zu werden aber auch nicht gleich dem Fotografen vom Platz verweisen möchten. Der Biber lässt das Klicken über sich ergehen, dann nervt es ihn und er geht ins Wasser und schwimmt mit dem Kopf noch oben von uns weg – wir im Boot hinterher. Das mag das Tier nicht und schlägt genervt mit seinem Schwanz, der Biberkelle, kräftig auf das Wasser. Damit tut er seinen Artgenossen kund, dass sich zwar ein Eindringling/Fotograf im Revier aufhält und nervt, aber keine echte Gefahr darstellt. Und dann taucht er ab und kann bis 20 Minuten unter Wasser bleiben.

Als wir dann in der wundervollen Abenddämmerung weiter flussabwärts paddeln, haben wir sechs Biber gesehen, und ich konnte genügend gute Bilder machen.

Naturschutzzentrum Kurpark, Margot Pröckl, Telefon: 0 33 81 – 66 31 35, E-mail: Link, Web: krugpark-brandenburg.de, Wilhelmsdorf 6 E, 14776 Brandenburg an der Havel

Hofgut Patershausen • In der Metzgerei

Metzger beim Zerlegen einer Schweinehaelfte

Metzgermeister Volker Kreß beim Zerlegen eine Schweinehälfte

Mein Großvater mütterlicherseits war Hausmetzger. Meine Großeltern hatten keine eigene Metzgerei oder einen Laden, sondern mein Opa ging zu den Leuten, die übers Jahr Schweine gemästet hatten und schlachtete die Tiere vor Ort. Er  zerlegte das Tier und stellte auch verschiedene Würste her.

Geschlachtet wurde nur im Winter, wenn es frostig kalt war, denn Kühlräume gab es nicht, und bis so ein ganzes Schwein zerlegt, gekocht, verwurstet und eingemacht ist vergeht eine gewisse Zeit. Daher war eine natürliche Kühlung wichtig.

Natürlich hatten meine Großeltern auch eigene Schweine und so war ich mindestens einmal im Jahr dabei, wenn auf dem Hof meiner Großeltern geschlachtet wurde. Ich war als kleiner Junge dann mit dabei und half soweit ich konnte mit. Es brauchte viele Helfer, damit die Verarbeitung schnell vonstatten ging, denn Fleisch ist nunmal ein sehr empfindliches Lebensmittel.

So hatte es für mich etwas Nostalgisches, als ich in der Metzgerei vom Hofgut Patershausen der Familie Ommert fotografieren durfte. Es war schon sehr anders als damals am Hof meiner Großeltern. Ich musste Schutzkleidung und ein schickes Mützchen und Gummistiefel tragen, die vor dem Betreten der Metzgerei noch gründlich desinfiziert wurden.

Metzgerei heute und damals
Volker Kreß arbeitet als freiberuflicher Metzger einige Tage in der Woche am Hofgut. Ihm durfte ich beim Zerlegen von Schweinehälften und bei der Wurstherstellung über die Schultern schauen.
Das A und O heute wie damals sind scharfe Messer. Wie mein Opa wetzte Volker Kreß seine Messer immer wieder nach. Um dann mit gezielten Schnitten die Schweinehälfte am Haken zu zerteilen. Später am Arbeitstisch werden die noch recht großen Fleischstücke in ladenfertige Portionen zerteilt.

Arbeitsabläufe fotografieren
Die Herausforderungen beim Fotografieren bestehen darin, die einzelnen Arbeitsschritte so im Bild festzuhalten, dass man später daraus einen Artikel bebildern kann. Da manche Arbeiten nicht mehr wiederholt werden können sind Schnelligkeit sehr wichtig beim Fotografieren. Zum anderen habe ich mir vorher den Ablauf von Volker Kreß erklären lassen, so dass ich wusste, wo ich für die Aufnahmen am besten stehen soll.

Mein Anspruch ist es, möglichst authentische Bilder zu machen und am liebsten mit dem vorhandenen Licht zu arbeiten. Fleisch ist allerdings ein Motiv, dass sehr heikel in der Darstellung ist und dies aus zweierlei Gründen, die ich in anderen Artikeln noch erläutern werde.

Für heute möchte ich alle Hessen einladen, einmal das Hofgut Patershausen zu besuchen. Wenn es wieder wärmer wird, ist auch wieder der Biergarten geöffnet. Die Öffnungszeiten von Garten und vom Laden finden Sie auf der Webseite.

Vielleicht sehen wir uns im Garten vom Hofgut Patershausen.
Ich würde mich freuen.

Ihr Landfotograf
Eberhard J. Schorr

Familie Ommert
Hofgut Patershausen
63150 Heusenstamm
Tel: 0 61 04 / 6 79 63
www.hofgut-patershausen.de

Werbung 01 • Grundsätzliches zum Thema Werbung

Hofladen Schild • Oderbruch Hof

Hofladen Schild • Oderbruch Hof

Was ist Werbung?

Werbung ist zuerst einmal einfach nur die Weitergabe von Information:

  • Ich habe einen Laden und verkaufe Käse, Wurst, Brot und Gemüse.
  • Die Adresse lautet Sonnenwiesenweg 1 in 12345 Schönleinsreuth,
  • Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 9 bis 16 Uhr
  • Telefon: 0 123 / 45 67 89

Mehr will und braucht ein potentieller Kunde nicht zu wissen. Es reicht, diese Informationen schön leserlich auf einen Zettel zu schreiben, diesen zu vervielfältigen und zu verteilen. Jeder der Käse, Wurst und Brot kaufen möchte, weiß nun, wo er diese Produkte kaufen kann.

Früher war es noch wichtig, im Telefonbuch und in den GelbenSeiten einen Eintrag zu haben, heute ist es essentiell, eine Webseite zu betreiben, aber mehr als die wesentlichen Informationen von oben sind erst einmal nicht nötig. Eine Ausnahme bilden bei einer Webseite die Fotos.

06_1408_0010_BioLebensmittel

Bio-Lebensmittel vom Landgut Pretschen

Aber auch hier gilt: weniger ist mehr; besser zwei drei sehr gute Fotos zu zeigen, als eine Flut von Bildern mit unterschiedlicher Qualität.

Carina Philipp fuehrt den Hofladen

Carina Philipp in ihrem Hofladen auf dem Landgut Pretschen

Ab wann sollte man mehr Werbung machen?

Mehr Information muss man weitergeben, wenn es zum Beispiel auch andere Läden in der Umgebung gibt, die Käse, Wurst und Brot anbieten. Dann sollte man sich als Ladeninhaber die Frage stellen, was den eigenen Laden und die Produkte von den Mitbewerbern unterscheidet und welche Gründe es gibt, dass die Menschen in meinem Laden einkaufen sollen und nicht in denen meiner Mitbewerber.
Gründe könnten zum Beispiel sein:

  • günstigerer Preis
  • mehr Auswahl
  • besondere Qualität
  • besonderer Service
verschiedene Tomatensorten

verschiedene Tomatensorten • Landgut Pretschen

Auf den ersten Blick würden Viele sagen, dass ein günstigerer Preis entscheidend ist für die Kunden. Aber dies trifft nur sehr eingeschränkt zu.
Ein entscheidender Punkt beim Einkauf ist die Bequemlichkeit der Menschen. Wer würde schon einen Umweg machen um 50 Cent beim Kauf einer Butter zu sparen?

Junge Familie im Hofladen

Junge Familie beim Einkauf im Hofladen • Landgut Pretschen

Lieferservice.

Familien mit kleinen Kindern, Senioren oder gestresste Singels zum Beispiel  haben oft nicht die Möglichkeit oder die Zeit, zu einem Hofladen zu fahren. So könnte ein Hofladenbesitzer sich vom Supermarkt (die auch BioLebensmittel anbieten) dadurch abheben, dass er die Ware ausliefert. Wenn die Inhaberin keine Zeit hat, dann findet sich ein Student oder Rentner, der dies erledigen kann.
Wichtig ist, bevor man sich mit dem Thema Werbung befasst, die Erstellung eines Konzeptes und sich Fragen zu stellen:

  • Wer oder was, bietet wo und wann etwas an.
  • Habe ich besondere Produkte?
  • Was biete ich exklusiv an?
  • Welchen Service kann ich anbieten?
Hofladen Oderbruch

hier findet der Kunde den Weg • Oderbruch Hof

Ich hoffe Ihnen ein paar Tipps und Anregungen zum Thema Werbung mit dem Artikel geben zu können.

Ihr Landfotograf
Eberhard J. Schorr

Tierfotografie 01 • Über meine Art Tiere zu fotografieren

Alternative Ein Graugänse Paar

Ein Graugänse Paar • Milchschafhof Pimpinelle

 

Wie bei allem was ich fotografiere, stelle ich mir die Frage: Wie ist meine Einstellung zudem was ich fotografiere, was interessiert mich daran und was möchte ich zeigen? Kurz: Welchen Standpunkt nehme ich ein.

Dies ist gerade bei Tieren in zweierlei Hinsicht eine entscheidende Frage. Mein Standpunkt im übertragenen Sinne und beim Fotografieren. Also, wo und wie stehe ich dem Tier gegenüber.

Wieso sind diese Fragen so wichtig? Ein Foto kann nur dann einen Betrachter ansprechen und für diesen interessant sein, wenn der Autor des Fotos auch etwas zu sagen hat. Kaum jemand hört jemand anderem zu, wenn dieser schweigt oder unzusammenhängende Worte und Satzfetzen von sich gibt.

Ziegenbock

ausgewachsener Ziegenbock • Reimehof

Sobald ich lebendige Wesen mit der Fotokamera abbilde versuche ich dies auf gleicher Augenhöhe zu machen. Meine Absicht ist es, dem Tier gegenüber zutreten, es wahrnehmen zu können auf seiner Höhe. Wenn ich von oben ein Bild mache, dann stelle ich auch später den Betrachter in diese Position. Die Perspektive „von-oben“ empfinde ich als arrogant, überheblich, anmassend. Der/Die Abgebildete befindet sich in einer schwächeren Position, er/sie wirken kleiner, hilflos, ausgeliefert. Egal wen oder was ich fotografiere, dies möchte ich nicht zeigen. Eine Ausnahme gibt es, das wären erotische Fotos.

Was ich zeigen will, ist die Einmaligkeit und die Größe, die ein jedes lebendige Wesen besitzt und ausmacht. Bei Tieren speziell noch die Eigenart, das Besondere und das Typische für dieses Tier. Dies kann ich nur dann zeigen, wenn das Tier artgerecht gehalten wird.

Hahn und Henne • Hof im Winkel

Hahn und Henne • Hof im Winkel

Besonders aufgefallen ist mir der Zusammenhang zwischen dem Wesen eines Tieres und der Haltung bei den Schweinen von Familie Lück. Auf dem Hof von Lücks leben eine handvoll Schweine auf einem umzäunten Freigehege unter hohen Bäumen.

04_SchweineInFreilandhaltung_eberhard-schorr

Schweine in Freilandhaltung

Die Schweine verhalten sich in etwa so wie Hunde es tun. Sie kommen auf einem zu, heben den Kopf und schnuppern an einem herum. Sie lassen sich streicheln und wenn man weiterläuft, begleiten sie einen.

05_NeugierigeSchweine-schorr

Die jungen Schweine sind sehr neugierig und bestürmen hier den Fotografen

 

 

Sie sind sehr neugierig und graben tiefe Löcher. In dem Gehege bei den Lücks liegen Strohballen, die die Schweine gern mal quer über das Gelände schubsen, nur so aus Spaß.
Um nun das Wesen der Tiere auf den Fotos zeigen zu können, muss ich mich auf deren Höhe begeben. Die meiste Zeit verbringe ich beim Fotografieren von Tieren kniend. Da dies dann doch mit der Zeit weh tut, habe ich mir spezielle Arbeitshosen gekauft bei denen Taschen aufgenäht sind, in denen man Gummipolster an den Knien einschieben kann. So hab ich immer eine weiche Unterlage dabei.

Toggenburger Ziege

Toggenburger Ziege • Capriolenhof

Zudem habe ich mir für meine Kameras (Nikon D700), die leider keinen Klappbildschirm besitzt, einen Winkelsucher gekauft, den ich auf das Okular schraube. So kann ich von oben durch den Sucher schauen und kann die Kamera sehr tief halten. Dennoch werde ich mir demnächst eine Kamera kaufen, die bereits einen klappbaren Monitor hat; ein Ausrüstungsmerkmal, das bei den sogenannten Profi-Kameras noch nicht vorhanden ist.
Neben der Überlegung, welchen Standpunkt man einnehmen will, gehört das Beobachten der Tiere mit zu den wichtigen Dingen bevor man loslegt. Was machen die Tiere, wie laufen sie, wie fressen sie, was machen sie untereinander, wie stehen sie da, und und und.
Diese Dinge muss man sich als Fotograf bewusst machen um später bei der Auswahl der Fotos auch solche auszuwählen, die die Eigenart der Tiere am besten wiedergeben können.

Galloway Rinder

Galloway Rinder • Bertelemühle

Geduld. Ja Geduld braucht man in der Tierfotografie. Zum einen können die Tiere sehr neugierig sein und sie sitzen einem quasi ständig auf dem Schoß oder aber sie sind schüchtern bzw. folgen ihrem Fluchttrieb und halten ihre Fluchtdistanz ein. Beides kann man nur mit Geduld erreichen.
Ob ein (Tier-)Foto gelungen ist, hängt von der Einstellung des Fotografen ab. Was sucht er, was bedeutet ihn das, was er fotografiert, was will er zeigen, das Wie ergibt sich aus der Beantwortung dieser Fragen.

Zicklein

Zicklein • Reimehof

Die Tierfotografie macht mir sehr viel Freude. Ich lerne stets Neues dazu. Muss all mein Können aufbringen damit ich gute, ansprechende Fotos bekomme und weiß vorher nie, wie es diesmal sein wird, wenn ich den Tieren gegenüber stehe.

Ihr Landfotograf
Eberhard J. Schorr

Nutzungsrechte 01 • Was ist das und was sollte ich wissen?

1502_0002-Blog

Das Thema Nutzungsrechte betrifft, seit der Verbreitung des Internets und des Web 2.0, inzwischen auch viele Privatleute, Freiberufler und kleinere Betriebe. Zu Zeiten von Negativen, Dias und Fotoabzügen war dies ein Bereich mit dem vornehmlich Redaktionen, Verlage, Werbe- und PR-Agenturen sowie größere Firmen befasst waren.
Heutzutage sollte jeder, der eine Webseite betreibt, privat oder geschäftlich, gemeinnützig oder gewinnorientiert über das Thema Nutzungsrechte informiert sein. Was sind nun Nutzungsrechte?

Wie der Name schon sagt, geht es um die Nutzung einer Sache. In meinem Fall sind es Fotografien, die ich erstellt habe. Diese werden von jemand anderem genutzt und zwar – dies ist wesentlich – sie werden veröffentlicht zum Beispiel auf einem Flyer, einer Webseite, einem Plakat. Dabei ist es unerheblich, ob die Veröffentlichung des Fotos als Werbung für eine Firma gedacht ist oder ein Verein seine Webseite einfach nur bebildern möchte.

1502_0003-Blog

Jeder Veröffentlichung eines Fotos oder eine Illustration ist honorarpflichtig. Die einzige Ausnahme ist eine private Nutzung. Und hier wird es in Zeiten von Kurznachricht-Dienste und digitalen Netzwerken schwierig. Wenn ein Journalist ein Foto in eine Kurznachricht einfügt und diese dann an mehrere tausend Personen verschickt wird, die eine Verknüpfung zu dessen Konto haben, stellt sich die Frage, ob dies nun eine private oder eine geschäftliche Nutzung ist. Denn ein Journalist lebt ja nun mal von Veröffentlichungen, egal ob er direkt dafür ein Honorar bekommt oder Kurznachrichten verschickt um seine Meinung kund zu tun und so im Gespräch zu bleiben (und damit seinen „Marktwert“ zu erhöhen).

Ich könnte hier noch weitere Beispiele aufführen, wo es schwierig wird zwischen einer privaten und einer werblichen Nutzung unterscheiden zu können und möchte ihnen verehrter Leser nun weitere Informationen zum Thema geben.

Nach welchen Kriterien werden Nutzungsrechte berechnet?
Das Honorar, das ein Fotograf oder Illustrator für seine Arbeiten bekommt ist abhängig vom Nutzungsumfang. Dieser wird ermittelt über
• den Umfang (Auflagenhöhe, Größe und Ort der Abbildung)
• die Verbreitung (regional, national, international)
• die Dauer (ein Jahr, fünf Jahre, unbefristet)

Ein weitere Punkt, der sich auf die Höhe des Honorars auswirkt, ist es, ob das Produkt auf dem das Foto oder die Illustration erscheint, verkauft werden soll wie zum Beispiel Kalender, T-Shirt, Fototapete, Kaffeetasse, Brettspiel, etc. Und, ob es werblich oder redaktionell genutzt wird.

Wer legt die Vorgaben fest?
Es gibt »Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing« kurz MFM genannt. Hier treffen sich jährlich Vertreter von verschiedenen Verbänden der Fotografen, Bildagenturen und Verlage und legen die Vorgaben und die Höhe der Honorare fest. Jedes Jahr erscheint ein Heft mit den aktuellen Honorarsätzen. Die MFM ist eine Arbeitsgruppe des Bundesverbands professioneller Bildanbieter e.V. kurz BVPA.

1502_0006-Blog

Was ist bei der Verwendung von Fotos und Illustrationen (Grafiken) zu beachten?
Vor einer Veröffentlichung ist es wichtig die Einverständniserklärung des Autors zu haben und abzuklären in welchem Umfang das Foto oder die Illustration genutzt wird.
Namensnennung (Copyright) – Für den Leser muss ersichtlich sein, vom wem die verwendeten Bilder stammen. Entweder man setzt den Namen des Bildautors direkt neben das Bild, oder verweist im Impressum mit der Angabe der Seite auf den Fotografen.

Copyright

Wenn Sie eine Magazin oder eine Zeitung lesen, können Sie diese Angaben finden und sehen, wie eine Namensnennung umgesetzt werden kann.
Der Abdruck des Copyright ist nicht nur eine rein juristische Formel, sondern es ist auch ein wichtiges Instrument um neue Aufträge zu erhalten. Zudem dient sie auch als Nachweis gegenüber Behörden.

Im nächsten Artikel zum Thema Nutzungsrechte, schreibe ich über das Thema »Nutzung durch Dritte« und »Zweitnutzungsrechte«.

Der Landfotograf
Eberhard J. Schorr

Capriolenhof • mit 150 Ziegen auf die Weide

1408_0624-EberhardSchorr

Früh um halb sechs stehe ich zusammen mit Hans-Peter Dill am Ziegenstall und schaue zu, wie sich über 150 Ziegen aus ihrem Stall auf den Weg zu ihrer Weide machen. In der Nacht davor gab es einen überaus heftigen Sturm und sintflutartige Regenfälle. Große Stücke des Hangs oberhalb des Hofes hat es heruntergespült, Bäume wurden entwurzelt oder wurden vom Wind einfach umgeknickt. Wir wissen noch nicht, was uns auf der Weide erwartet, die ein gutes Stück oberhalb des Hofes liegt.

Hans-Peter läuft los und seine 150 Ziegen brav hinterher, in freudiger Erwartung auf frisches, saftiges Futter.

Kaum am Waldrand angelangt sehen wir, dass die Wasserfluten Unmengen an Sand auf den Weg gespült haben.

Im Wald strömten die Ziegen auseinander und liefen immer schneller – die Weide ist nicht mehr weit. Dies war für mich ein herrlicher Anblick; ein Meer aus dutzenden von Hörnern bahnte sich seinen Weg durch die Bäume. Oben auf der Weide angelangt sprangen die Ziegen zum Weidekraut, Hans-Peter schüttelte mit seinem Stock an den Ästen von den vielen Birken, die in der Nacht vom Sturm umgeweht wurden um den Ziegen auf die saftigen Blätter aufmerksam zu machen.

Und dann stieg die Sonne höher und zauberte ein Gegenlicht durch die Kiefern und Birken, dass es eine Pracht war.

Capriolenhof
Schleusenhof Regow 1
16798 Fürstenberg/OT Bredereiche
capriolenhof.de